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Donnerstag, den 14. Januar 2010 um 14:22 Uhr

Der Skischüler 2.0 lässt grüßen!


Seit 1947 der erste Skilehrplan Österreichs erschien, hat sich viel getan. Skifahren erlernen ist längst nicht mehr exotisch und eher eine Frage von Stunden denn Wochen. Doch Skifahren wird seit der Pisten-Massenbewegung der 1970er und 80er Jahre, im Zusammenhang mit Klimaentwicklung und Energie-Preisen zunehmend wieder sehr exklusiv. Und noch etwas (wichtiges): das Selbstbild des modernen Skischülers hat sich gewandelt. Er lässt sich vor allem eines nicht mehr - für blöd verkaufen. Ein einzelner Kunde aus Hamburg oder London kann durchaus besser über die Angebote der gesamten Skiwelt informiert sein, als viele alpine Eingeborene zusammen.

Denn das Internet ist ein imposantes Ausdrucksmittel für Verbrauchermacht. So informieren sich rund 80 Prozent aller Reiselustigen inzwischen vor einer Buchung auf Bewertungsportalen im Internet. Wo der Schnee am besten ist, wohin man unbedingt zum Skifahren muss, von welcher Skischule man besser die Finger lassen sollte, verbreitet sich im Netz wie ein Lauffeuer. Wer etwas zu sagen hat, tut dies im Web. Die Community hört gerne zu - und gibt die gefundenen Erkenntnisse bei Gefallen gleich weiter. Heute bittet man seine Kunden nicht mehr um eine Empfehlungsadresse, sondern um eine Bewertung im Internet.

Manche Anbieter haben die online geäußerten Meinungen und vor allem die wichtigen Fragen zum Skiurlaub allerdings noch gar nicht auf dem Radar. So entgeht ihnen auch, dass viele potenzielle Kunden bereits verloren sind, bevor es überhaupt zu einem ersten Kontaktversuch kommt. Jede Skischule hat zwar bereits eine Website, brav mit Angebotsübersicht und Kontaktdaten, aber die statischen Inhalte der meisten Anbieter erscheinen dem Suchenden mehr oder weniger ident und obendrein als ziemlich abgerutschter Schnee von gestern.

Neben dem Skischüler 2.0 gibt es aber auch einen Skilehrer 2.0. Er sieht seinen Kunden als Individuum und holt ihn ganz persönlich dort ab wo Menschen sich gerne treffen. Bei individuellen Bedürfnissen und mit persönlichen Gesprächen, egal ob im Web, am Strand, im Café oder im Schnee. Für den Skilehrer 2.0 ist der Kunde in erster Linie als Mensch interessant und ob sich mit ihm eine längerfristige gute Zusammenarbeit entwickeln kann. Nicht jeder muss um jeden Preis auf jeden Gast abfahren und umgekehrt. Und dem modernen Skilehrer geht es vorwiegend um Klasse statt Masse, denn er sieht seine Arbeit nicht als bloßen Ferienjob, sondern einen Beruf den er liebt.

Nun könnten jene Skischul-Bewahrer, die sich vehement gegen die vermeintliche Konkurrenz durch autonome Skilehrer wehren, wegen all dieser Gedanken noch mehr in Panik geraten, sie könnten sich aber auch wieder entspannen. Der Kunde des freien Skilehrers ist nicht der typische Skischulkunde. Er fährt mit „seinem Skilehrer“ und nicht mit irgendeinem. Er fährt mit ihm überall hin und Ski - in den Rockies, in Kitzbühel, im Libanon - und im Sommer auch manchmal Rad. Er vertraut ihm nicht nur in Sachen Sicherheit und Skitechnik, sondern oft auch ganz persönliche Gedanken an. Und last not least wird ihm eines ganz sicher gelingen: er wird mit seiner Nachfrage über kurz oder lang den Markt bestimmen!

 

 

Artikel veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung des Autors :  Nicola Werdenigg (Nicola Spiess), Staatliche Skilehrerin und Skiführerin, ehemalige  Rennläuferin,
www.edelwiser.com www.kunstpiste.com

 
Kommentare (20)
20 Freitag, den 05. Februar 2010 um 21:31 Uhr
admin
Habe im Forum einen Thread eröffnet zum Thema Berufshaftpflicht.

Hier der link :

http://ski-instructor.at/index.php/forum/view-topiclist/forum-8-berufshaftpflicht.html

Sicherlich ein wichtiges Thema welches uns alle angeht....
19 Donnerstag, den 04. Februar 2010 um 23:04 Uhr
nicola
Lieber Adminic, das Thema Haftpflicht wäre doch eine interessante Frage für das Forum. Vielleicht sollte man dort einen Thread starten um die Aspekte etwas "gesammelt" zu diskutieren?
18 Donnerstag, den 04. Februar 2010 um 22:31 Uhr
admin
Hallo Olav,


Vielen Dank für deine Fragen - ich finde sie sehr gut und sehr wichtig.

Es ist im Tiroler Schischulgesetz 1995 § 12(1)d)festgesetzt, daß der Skibegleiter ausreichend haftpflichtversichert sein muß.
Die Mindestversicherungssumme der Haftpflichtversicherung beträgt EUR 1.090.093,00.- Euro. ( Personen Sachschäden) der gleich Betrag der auch für Skischulen gilt.
Selbstverständlich wird ein vergleichbarer Betrag in Zukunft für den selbstständig tätigen Skilehrer bestimmt werden.


Unserer Ansicht nach wäre 2 -2,5 Mio anfangs ausreichend.

Eine Verbandsversicherung nach Muster der Bergführerverbände wäre sicher erstrebenswert.

8 mio Deckungssumme - Prämie ( im Durchschnitt) ca. 56 .- pro Person pro Jahr bei etwa 1950 Mitgliedern( sind aber auch Wanderfüher dabei - das senkt die Prämie)

Hier der link zur Polizze :

http://www.bergsportfuehrer-tirol.at/tirol/downloads/Haftpflichtversicherung_2009.pdf


Eine regelmäßige Besprechung der Führer einer Region ist eine ausgesprochen gute Sache. Persönliche Befindlichkeiten die durch Konkurrenzsituation entstehen sind dort hintanzustellen.
17 Donnerstag, den 04. Februar 2010 um 21:06 Uhr
nicola
@Olaf, deine Meinung, dass viele Menschen, die sich als Einzelunternehmer wohl fühlen würden, hier nicht fertig denken, teile ich nicht ganz. Jene die als freie Skilehrer tätig werden können, haben ja neben einer profunden Ausbildung auch Erfahrung in der Praxis.

Und außer Skilehrern gibt es ja zum Beispiel auch Bergführer, Tauchlehrer, Fallschirmsprunglehrer und Höhlenführer, die mit einer ähnlichen Risiko-, Haftungs- und Versicherungs-Thematik zu tun haben. Für alle genannten Berufsgruppen existieren zweckmäßige Versicherungspakete und auch Richtlinien und Regelungen und zwar auf der ganzen Welt. Unsere „autonomen“ Kollegen und ihre Vertreter in anderen Ländern haben hier schon viel Vorarbeit geleistet.

Wichtig wäre allerdings wirklich, dass eine Skilehrer-Vereinigung Rat suchenden zur Seite stünde... Es gibt also noch viel zu tun!
16 Donnerstag, den 04. Februar 2010 um 20:42 Uhr
Olaf B.
Danke für Deine Auskunft. Wenn ich das richtig verstehe, kann sich heute jeder Skibegleiter so versichern wie er will. Wenn es wirklich mal zum Unfall kommt, so kann es sein, dass der Skilehrer und seine Angehörigen die Kosten nicht mit dem Privatvermögen decken können und kene Versicherung abgeschlossen haben. Wer zahlt dann den Schaden? Wie ist denn das mit der Einmannskischule geplant? Gibt es eine verpflichtende Versicherung? Die wäre sicher sehr teuer...
15 Donnerstag, den 04. Februar 2010 um 14:39 Uhr
Skilehrer
Servus Olaf! Es ist gut, daß du dich dieses Themas annimmst! Jeder ist für sich verantwortlich, und macht ein Skilehrer Fehler und es gibt den "causalen Zusammenhang" dann ist er gut beraten, vorgesorgt zu haben:
Bei Fahrten im freien Skiraum, bzw. Pistennähe im Tiefschnee
- Hat er sich über die aktuelle (Lawinen)Situation informiert und sich entsprechend vehalten? (LVS, Sonde, Schaufel, Ausrüstungskontrolle, ...)
Allgemein:
- Deckt seine Haftpflichtversicherung: sein Verhalten?
wo er fährt?
und was er gerade macht?
(Meines Wissens ist grob fahrlässig und/oder vorsätzlich sowieso nicht gedeckt)
Familienangehörige, gemeinsames Vermögen, ... das ist für jeden individuell zu lösen und würde hier einen großen Rahmen beanspruchen!
Also ran an's Telefon und den Versicherungsvertreter anrufen!
14 Mittwoch, den 03. Februar 2010 um 19:18 Uhr
Olaf B.
Ich denke, dass die Beiträge gelöscht werden können. Ich finde es nicht ok, wenn man hier zwei Themen vermischt. (bitte meinen Kommentar bis hier löschen)

Wir sollten uns aber bewusst machen: wenn ein Skilehrer als Einmannskischule mit Gästen fährt, ein Unfall passiert und Gast und Lehrer verunglücken im schlimmsten Fall mit Todesfolge, dann gibt es einige Dinge die wir uns überlegen müssen.

Ist die Haftung durch die Versicherungen ausreichend und deckt diese auch eventuelle grobe Fahrlässigkeit ab?
Wenn dies nicht so ist, haften dann die Famielienangehörigen für die Bergungskosten und eventuelle Regressanforderungen?
Was würde es kosten, die Haftung so zu begrenzen, dass die Famillie dann noch ein finanziell abgesichertes Leben führen kann?
Deckt die Lebensversicherung auch ein Urteil grobe Fahrlässigkeit oder wird diese dann als Selbstmord gesehen.
Wie kann die Einmannskischule die tägliche Lawinenbesprechung der Skilehrergruppe ersetzten und nachweisen, dass alle Faktoren sorgfältig geprüft wurden?

Ich denke, viele Menschen, die sich als Einzelunternehmen wohl fühlen würden, denken hier nicht fertig. Der tragische Unfall mit grosser Folge für die Zukunft der liebsten Menschen wäre wohl dass, was keiner sich wünscht.
13 Mittwoch, den 03. Februar 2010 um 12:14 Uhr
admin
Bitte um Entschuldigung ... Der Tod eines Kollegen ist für alle sehr traurig ... es ist für mich sehr schwierig zu entscheiden was der Trauer angemessen ist und was vielleicht als pietätlos empfunden wird....
Im Zweifelsfalle wollte ich ich den Beitrag löschen um niemand zu verletzen ...möglicherweise falsch... Die Vermischung von den Themen dieser Seite mit dem Tod unseres Kollegen ist für mich sehr belastend. der Kommentar ist wieder zu sehen..
12 Mittwoch, den 03. Februar 2010 um 11:44 Uhr
hf
admin griasti, warum haust denn jeden 2. beitrag raus ? bist a kumpan vom walter ?????
11 Dienstag, den 02. Februar 2010 um 23:12 Uhr
F.e.
Wenn du trauern willst habe ich größten Respekt und Verständnis .

Falls man als Führer einen Gast verliert ist das Schlimmste die Nacht und die Träume die man hat .... egal ob als Angestellter oder Selbstständiger....

Niemand kann ohne eine Berufshaftpflicht als Selbstständiger am Berg arbeiten - das gilt für Skischulleiter, für Skibegleiter, für Bergführer und für selbstständige Skilehrer.
10 Dienstag, den 02. Februar 2010 um 21:30 Uhr
Trauernder
Liebe Kollegen, es hat wieder einen Skilehrer getroffen:
http://tirol.orf.at/stories/420367/
Erfahrener Skiführer, er hat wahrscheinlich keinen offensichtlichen Fehler gemacht.
Was würden wir hier als Einmannskischule machen, wenn es nicht den Führer sondern den Gast getroffen hätte.
Lass uns nicht denken sondern trauern.
9 Dienstag, den 02. Februar 2010 um 16:50 Uhr
ander .
holts in andreas hofer der hot den walter glei on die XXXX,weil der landeshauptmann traut si e nit,der wars die franzosn a.
8 Montag, den 01. Februar 2010 um 14:22 Uhr
A.S.
Die Präsidenten/Obmänner der letzten 10 Jahre haben Österreich nicht auf die EU vorbereitet. In Frankreich und Italien sind sie besser dran, die haben wenigstens ca. 80 % Staatliche Skilehrer ( Die restlichen sind auf dem Weg zum Staatlichen). Das wird uns noch auf den Kopf fallen, das der Unterricht bei uns nur von Aushilfen gemacht wird. Frankreich und Italien können wenigstens sagen das der Staatliche wirklich die Vorraussetzung ist den Beruf Skilehrer auszuüben. Das können wir nicht - bei uns ist die Vorraussetzung das sichere Befahren roter Pisten und 7 tage Ausbildung auf Ski . Wir nehmen uns die eigenen Gäste weg, indem wir sie zu Skilehrern machen.....(Kommentar neu geschrieben da er gelöscht wurde, wahrscheinlich wegen des Wortes Ver....)
7 Donnerstag, den 28. Januar 2010 um 17:48 Uhr
2.0.
Hahaha, der Kreativo R.W. als Instanz für Neuerungen .....
6 Donnerstag, den 28. Januar 2010 um 17:18 Uhr
richard.w
ich glaube schischule 2,o dir fehlt es an ideen.
5 Mittwoch, den 20. Januar 2010 um 20:07 Uhr
Skischule 2.0
Ich glaube nicht, dass viele einzelne Skilehrer einen grossen Mehrwert für unsere Gäste bieten. Wer neue und gute Ideen hat, ist in der freien Marktwirtschaft erfolgreich.

Warum nicht mit einem neuen Konzept eine Skischule gründen. Nennen wir sie doch die Gemeinschaft Unabhängiger Skilehrer. Die Lokation spielt keine Rolle - die Skischule kann ja virtuell sein. Ein Sammelplatz und Büro lässt sich so leicht finden, auch das Kindergelände wird nicht das Problem sein.

Konzept könnte doch eine Art Argentur sein. Internationaler Auftritt im Internet und gegenseite Vermittlung der freien Skilehrer. Der Vermittelte Skilehrer zahlt eine Abgabe von zum Beispiel 10% für die Agentur.

Am Ende der Unterrichtswoche bekommen die Gäste einen elektronischen Fragebogen und können den Skilehrer bewerten. In Zeiten von Facebook und Twitter sicher kein Problem. Es werden Anregungen gegeben und so die Qualität laufend steigern.

Eine solche virtuelle Skischule könnte auch Gruppen (Gäste) bilden und diese im Laufe der Zeit virtuell einteilen.

Wer macht mit?
4 Mittwoch, den 20. Januar 2010 um 08:38 Uhr
Democrat
@olaf: siehe US-Constitution: der president von US darf hochstens 2 perioden machen, that's good!
3 Mittwoch, den 20. Januar 2010 um 08:11 Uhr
Olaf
Das Problem bei den Wahlen ist nicht der Gewählte - das Problem ist, wer einmal gewählt worden ist, ist schwer von seiner Position zu bekommen. Dann, wenn man merkt was man an ihm wirklich hat.

Warum nicht die alten Strukturen belassen und neue Köpfe finden?
2 Dienstag, den 19. Januar 2010 um 09:41 Uhr
nicola
nun ich denke, dass eine vereinigung bzw. vertretung moderner und aufgeschlossener skilehrer mit modernen kommunikationsmitteln eine viel direktere demokratie verwirklichen könnte, als dies in den alten systemen zugelassen wird. mit online-abstimmungen und e-voting, kann jedem einzelnen und vor allem überall eine demokratische wahl seines vetreters ermöglichen werden. sollte das ein skischulinhaber sein, ist das auch recht, denn man sollte nicht soweit gehen, irgendjemanden auszuschliessen, der sich für qualität und fairness einsetzt. ich meine es ist wichtig, dass nicht alle in einen topf geworfen werden, bloss weil eine herde schwarzer schafe im moment (noch) am lautesten blökt ;-)
1 Montag, den 18. Januar 2010 um 14:17 Uhr
skilehrer 2.0.1
Hallo Nicola,

herzlichen Glückwunsch zu Deinem Artikel. Nach dem Web 2.0 und dem Skilehrer 2.0 brauchen wir endlich den Verband 2.0.

Der wäre dann wirklich nur mehr für die Skilehrer da, und nicht mehr für die Skischulinhaber. Der Verband 1.0 kann bleiben wie er ist, aber im Vorsitz eines Verbandes 2.0 dürfte z.B. kein Skischulinhaber sein.

Ski Heil
Skilehrer 2.0.1

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