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Sonntag, den 13. September 2009 um 14:09 Uhr

Warum es unrentabel ist einen Staatlichen Skilehrer anzustellen

Der Staatliche Skilehrer ist der ganze Stolz der Österreichischen Skischule. Immer wieder wird von seiten der Verantwortlichen die Qualität der Ausbildung beschworen.
Oftmals als die "Beste Ausbildung der Welt" bezeichnet hat die Diplomskilehrerausbildung international einen ausgezeichneten Ruf und zählt zusammen mit der französischen Ausbildung zum "Moniteur National" (französischer Staatlicher Skilehrer) sicherlich zur schwierigsten der Welt.

Leider wird es den Skischulleitern Österreichs unmöglich gemacht einen Staatlichen Skilehrer als Angestellten zu beschäftigen. Ein Staatlichen Anteil von mehr als 5 % ist ökonomischer Selbstmord für eine Skischule.

Hier der Versuch einer Kalkulation auf der Basis einer dreimonatigen Saison :

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Daraus ergibt sich folgendes :

Wenn der Staatliche Skilehrer 200.- Euro am Tag erarbeitet bleiben nach Abzug der Ust (20%) 166,67 .-  übrig. Dementsprechen erwächst dem Skischulleiter  ein Verlust von : 34,25 .- Euro. Erst wenn der Staatliche etwas mehr als 240 .- Euro am Tag hereinfährt trägt er sich selbst.

Im Vergleich dazu der Anwärter mit Nettoverdienst von 1000.- Euro : Wenn der Anwärter  240.- Euro hereinfährt verdient der Skischulleiter 96,27.- Euro. Man kann es also keinem Skischulleiter zum Vorwurf machen wenn er vorzugsweise Anwärter beschäftigt da es ökonomisch erforderlich ist.

In einem normalen Angestelltenverhältnis ist ein Staatlicher Skilehrer also unrentabel - ein Staatlicher kann nur als Gesellschafter einen Gewinn für die Skischule erwirtschaften.

Die Ausbildung zum staatlichen Skilehrer kostet laut Bafl 6500.- zuzüglich 1500 an Material kommt man auf 8000.- Euro um sich als Landesskilehrer zum Staatlichen fortzubilden - Verdienstentgang nicht einberechnet. Der Mehrverdienst als staatlicher Skilehrer liegt zwischen 200.- und 300.- Euro monatlich.

Die Amortisationszeit liegt also zwischen 8 und 13 Jahren.....

Was unrentabel ist verschwindet mit der Zeit vom Markt.....

Die Perspektive sind Skischulstrukturen wie in Salzburg... Nur mehr die Skischulleiter und vereinzelt die Chefskilehrer sind staatliche Skilehrer ...

Quelle für Berechnung der Lohnnebenkosten :  Bitte hier klicken


Beitrag des ORF :   Bitte hier klicken

 
Kommentare (5)
5 Donnerstag, den 08. Oktober 2009 um 12:06 Uhr
admin
Hallo Pat ,

Vielen Dank für deinen erneuten Beitrag zur Diskussion - ich glaube eine gewisse Unzufriedenheit hinsichtlich der augenblicklichen Stuation zwischen deinen Zeilen lesen zu können ::o)

Damit keine Mißverständisse aufkommen ..
Dies ist die Seite der Interessensvertretung der Staatlichen Skilehrer Österreichs

Die Interessen der Staatlichen Skilehrer sind

1) ein ordentlicher Fairer Verdienst
2) eine ordentliche soziale Absicherung
3) die Möglichkeit selbständig zu arbeiten ohne Sammelplatz und Büro


Der vorrangige Sinn dieser Seite ist es sich zu organisieren damit unsere Stimme Gewicht bekommt.
Nur gemeinsam kann etwas erreicht werden.

Wir laden daher dich sowie alle Staatlichen Skilehrer ein sich hier zu registrieren um damit die Position des einfachen Staatlichen, der kein Skischulleiter ist zu stärken.


Freiberufliche Tätigigkeit nach Muster der Bergführer sollten auch für uns Skilehrer möglich sein.

Ich zitiere deinen letzten Satz :

Falls doch sollte man mal anfangen mit eine gerechte Bezahlung,
damit es sich wieder lohnt eine ausbildung zu machen!

Genau davon reden wir hier....
4 Donnerstag, den 08. Oktober 2009 um 10:45 Uhr
Pat
Ich zitiere und füge gleichzeitig (aus erfahrung) was dazu::o)
Vorteile für den Skilehrer im Provisionssystem :

Durchgehende Versicherungszeiten .. wichtig für Pension (WELCHE PENSION???)
Höherer Verdienst (IN VERGLEICH ZU KOSTENAUFWAND und VERLUST VON FAST EINE SAISON???)
Möglichkeit eigene Gäste zu unterrichten (NA JA, DAS PROBIEREN WIR JA SCHON SEIT JAHRE...)
unkompliziert für mehrere Skischulen/Agenturen zu arbeiten (KANNST DI VORSTELLEN! MAL SCHAUEN WAS DER SSL DAZU ZU MELDEN HAT. EIN GRINSEN UND DEN LAUFPASS SIND VORAUSZUSEHEN)
Arbeits/Urlaubs zeiten können selbst eingeteilt werden (BEI EH NUR 56,7 TAGE IM JAHR???)
Mehr Abschreibemöglichkeit bei der Steuer ( Liftpaß, Uniform, Ski...) (HABEN WIR JA IM SEEFELDER MODELL AUCH SCHON, ODER...?)

Bitte verstehen Sie dies nicht falsch, aber es werden Argumente gesucht wo es (in der PRAXIS) keine gibt! Man sollte der Skilehrer ein eigenes Statut geben und nicht in einen Topf schmeißen mit Freiberufler wie Notare, Frauen des Horizontale Gewerbes! Falls doch sollte man mal anfangen mit eine gerechte Bezahlung, damit es sich wieder lohnt eine ausbildung zu machen!
3 Donnerstag, den 08. Oktober 2009 um 10:26 Uhr
admin
Hallo Pat,

Vielen Dank für deinen Beitrag, Ich kann dir nur rechtgeben wenn du meinst, dass auch ein selbständiger Skilehrer ausgebeutet werden kann.

Scheinselbstständigkeit mit "Stundenhonoraren" von 22.- Euro sind keinesfalls anzustreben.
Eine der Möglichkeiten wäre ein Provisionsmodell welches insbesondere für den Privatunterricht sinnvoll wäre - hier zum Vergleich ein solches Modell mit den gleichen Zahlen wie oben.

Wir nehmen wieder die 240.- Kurskosten pro Tag und eine Prozentsatz von 20,83 % die der Skilehrer vom
Kursbetrag an die Skischule/Agentur abgibt. (angestrebt sind 4% - 20%) dies ergibt eine Betrag von
rund 190 Euro pro Tag für den Lehrer, 50.- für die Schule (41,66 nach Abzug der Ust).

4,5 Tage pro Woche x 4,2 Wochen im Monat x 3 Monate = 56,7 Tage in der Saison a 190 Euro ergibt 10773 .-

bei 10773.- sind 2637,6 .- an Pensions/Kranken/Unfallversicherung abzuführen falls das ganze Jahr durchgehende Versicherung bestehen soll.
bleiben 8163.- minus 500 ( Liftpaß - Uniform )
bleiben 7636 .- Euro vor Abzug der Steuern.

Falls der Skilehrer im Sommer unter 3363 .- verdient zahlt er keine Einkommensteuer im Jahr 2009.
Verdient er 5000.- Euro im Sommer so zahlt er als Alleinverdiener 233,14.- Euro im Jahr ohne Alleinverdienerabsetzbetrag 597,14.-...

Zum Vergleich - der angestellte staatliche Skilehrer ( Netto 1650) hat einen Saisonverdienst von 5769.- inkl.Sonderzahlungen

Vorteile für den Skilehrer im Provisionssystem :

Durchgehende Versicherungszeiten .. wichtig für Pension
Höherer Verdienst
Möglichkeit eigene Gäste zu unterrichten
unkompliziert für mehrere Skischulen/Agenturen zu arbeiten
Arbeits/Urlaubs zeiten können selbst eingeteilt werden
Mehr Abschreibemöglichkeit bei der Steuer ( Liftpaß, Uniform, Ski...)


Nachteile für den Skilehrer :

Stempeln zwischen den Saisonen nicht mehr möglich
höheres Risiko
10 % Selbstbehalt bei Arztbesuch bei Krankheit (nicht Unfall)

Quelle Einkommensteuerberechnung : http://www.cpu-informatik.at/Joomla/index.php/Gratis-Online-Rechner/ESt-Tabelle.html
2 Mittwoch, den 07. Oktober 2009 um 17:34 Uhr
Pat
Kannst uns dann vielleicht erklären wieviel der Staatlicher Skilehrer verdient, oder besser, was Ihn übrig bleibt wenn er als Selbstständiger ausgebeutet wird? Die Rechnung wäre auch mal zu machen. Meinen Sie jetzt wirklich das der Schischulleiter einen verlust macht??? Lächerlich! Falls ein Staatlich Geprüfter Schilehrer selbstständig sein MUSS, dann SOLLTE bzw. MUSS er genau soviel bezahlt bekommen wie normalerweise die Schischule Brutto abtragt. Er trägt dazu schlussendlich selber ALLE Risiken und muss sich dafür absichern.(SVA, Finanzamt, Unfall-,Kranken-,Arbeitslosenversicherung,usw...) Dies ist allerdings nie der Fall. Jeder (von mir bekannter Schischulleiter) zahlt am ende des Monats den "Gehalt" (eigentlich "Honorar") aus als wäre es eben einen "Gehalt" mit der Meldung: "Du verdienst ja genug!". By the way: Waren es nicht die SSL, die die Krankenkassen darauf aufmerksam gemacht haben dass dass "Seefelder modell" illegal ist, damit ihnen denn mehr bleibt...? PS: Dies ist kein persönlicher Kritik sondern nur eine andere Sichtweise. Eine Lösung ist aber noch Fern...
1 Donnerstag, den 01. Oktober 2009 um 07:19 Uhr
Tobias Watzek
Die Rechnung stimmt.

Leider.

Angedacht wurde von mir auch bereits ein Leasingmodell. Ich bin GF der Jobbull, http://www.jobbull.at, kenne als Dienstgeber obige Tabelle nur zu gut.

Das Problem: DER SOZIALSTAAT

Ich wünsche keine russischen und/oder amerikanischen Zustände, aber unser Sozialstaat ist nicht finanzierbar.

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